Pasta Norma

Pasta Norma das ist Nudeln mit Tomatensauce für Wichtigtuer. Könnte man meinen - zumindest wenn man ein trauriger, zynischer Mensch ist. Die Pasta Norma ist ein extrem gutes Beispiel für die Magie der italienischen, genauer der sizilianischen Küche. Sie besteht aus wenigen, simplen und günstigen Zutaten. Es gibt exakt zwei Stellschrauben die Einfluss darauf haben, ob's heute Nudeln in Tomatensauce oder

den tröstenden Stirnkuss einer 200 Jahre alten, sizilianischen Nonna gibt: 1) die Produktqualität und 2) Zeit aka Geduld aka Aufwand aka Liebe zum Detail. 

 

Man kann dieses Gericht in 20 Minuten zusammenrühren und es wird ok schmecken. Nudeln in Tomatensauce eben. Oben drauf ein Riesenberg Parmesan und parallel die neue Staffel Derry Girls glotzen. Kann man machen, dagegen ist fast nichts einzuwenden - man kann aber auch ein bisschen mehr Zeit investieren und die beste Tomatensauce aller Zeiten kochen. Eine Tomatensauce, die einen in den sizilianischen Frühsommer beamt. Die so viel Umami-Power hat wie ein gebratenes Steak. Die einen lächelnd die Augen schließen lässt und man fängt beim Kauen an zu nicken. Die kurz mal ALLES andere ausblendet: den Herbst, den Regen, den mega nervigen Kollegen, die blöde Vermieterin, das Kratzen im Hals, die dreckigen Fenster, den Redaktionsschluss, den Streit von vorhin, einfach alles. Das was gerade zählt ist der Geschmack dieser Tomatensauce. Klingt völlig irre, aber Essen kann genau das. Tomatensauce kann das. Tomatensauce ist self care.

 

Der große Trick ist Zeit. Lässt man die Zwiebeln 20-25 Minuten karamellisieren, hat man bereits die Hälfte der Umami-Power im Sack. Man muss auch nicht 20 Minuten neben dem Herd stehen bleiben. Man kann währenddessen die Spülmaschine aus- und wieder einräumen, Emails checken, die nächsten Schritte vorbereiten, den Kühlschrank aufräumen, was auch immer. Schritt Nummer 2 ist das Reduzieren der passierten Tomaten. 1 bis 2 Stunden. In der Zeit kann man seine Steuererklärung machen oder ein Nickerchen oder eine Runde Yoga oder die Mutti anrufen. Niemand muss 2 Stunden neben dem Topf stehen bleiben. Diese fantastische Tomatensauce lässt sich natürlich prima einfrieren. Im Kühlschrank hält die locker eine Woche. Und sie ist die Grundlage für so viele unglaublich großartige Gerichte. 

Die Pasta Norma ist fabelhaft und simpel: kurze Nudeln, extrem gute Tomatensauce, gebratene Aubergine und sehr viel Ricotta salata. Obacht: Ricotta salata, also getrockneter Ricotta, ist sehr salzig. Beim Abschmecken der Sauce ruhig ein kleines bisschen Luft lassen damit es mit dem Ricotta nicht zu viel wird.     

Zutaten für Zutaten für 3 Portionen

 

2 Zwiebeln

Salz

Zucker

Olivenöl (nicht unbedingt wenig)

800 g passierte Tomaten

Pfeffer

2 Zweige Basilikum

1 Aubergine

250 g kurze Pasta

2 EL Kapern

Ricotta salata

 

Zubereitung

 

Zwei Zwiebeln in Streifen schneiden und mit Olivenöl, Salz und Zucker braten bis sie goldbraun sind. Das dauert mindestens 15 eher 20-25 Minuten. Nehmt euch die Zeit. Auf mittlere Temperatur schön langsam braten und ab und zu umrühren. Die Zwiebeln werden erst glasig und fangen dann an zu karamellisieren. Ich lasse die bräunen bis zu der Farbe von Ahornsirup.

 

Dann 800 g passierte Tomaten dazugeben und mindestens eine Stunde köcheln lassen. Auch wieder auf mittlerer bis niedriger Temperatur. Die Hälfte der Flüssigkeit sollte einkochen. Einfache Erklärung: Ihr lasst das Wasser in der Sauce verdampfen und konzentriert so den Tomatengeschmack in eurer Sauce. Ich schmeiße da noch Basilikum rein. Komplett mit Blättern und Stiel. Würze aber erst anschließend mit Salz,  Pfeffer und einer Prise Zucker.

 

In der Zwischenzeit: Aubergine grob würfeln und in kaltes Salzwasser legen. Lasst die Aubergine 60 Minuten im Wasser, dadurch verliert sie ihre Bitterstoffe. Nach 60 Minuten abgießen und gründlich trocken tupfen. In einer großen Pfanne viel Olivenöl erhitzen und die Aubergine mit mittlerer Hitze goldbraun braten. Mit Salz und Pfeffer würzen und auf einem Krepp abtropfen lassen.

 

Endspurt: Die Nudeln in Salzwasser bissfest garen. Die Tomatensauce pürieren. 2 EL Kapern dazugeben und nochmal gründlich abschmecken.

Die warme Pasta in die Sauce geben, umrühren und auf Teller verteilen.

Die Auberginenwürfel darauf verteilen und zum Schluss sehr viel Ricotta salata darüber streuen.